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, von Eckhard Bock

Ein Leben in Frieden und hoher Zufriedenheit für alles LebenVeränderungen für eine nachhaltige Zukunft

Ein gutes Leben sollte jedem Menschen offenstehen: ein Leben in Sicherheit, mit verlässlicher Versorgung, Zeit für persönliche Entfaltung und der Möglichkeit, die eigene Zukunft mitzugestalten. Dauerhaft kann dies nur gelingen, wenn wir auch die Lebensräume anderer Lebewesen schützen. Frieden, soziale Gerechtigkeit und eine intakte Natur gehören deshalb zusammen. Sie sollten den Maßstab bilden, an dem wir wirtschaftliche und politische Entscheidungen ausrichten.

Dafür brauchen wir Veränderungen, die über einzelne technische Verbesserungen hinausgehen. Wir müssen darüber sprechen, wie Einkommen entstehen, wie gesellschaftlicher Wohlstand verteilt wird und welche Leistungen unsere Wirtschaft tatsächlich erbringen soll. Wirtschaftlicher Erfolg sollte sich daran messen lassen, ob er die Lebensbedingungen verbessert und die natürlichen Grundlagen des Lebens erhält.

Die Behauptung, es gebe schlicht zu viele Menschen, greift als Erklärung unserer Krisen zu kurz. Zwar beeinflusst die Bevölkerungszahl den Bedarf an Nahrung, Wasser, Energie und Fläche. Entscheidend ist jedoch ebenso, wie hoch der Verbrauch pro Mensch ist, wie ungleich Ressourcen verteilt sind und mit welchen Verfahren wir produzieren. Eine verantwortliche Zukunftspolitik muss diese Zusammenhänge gemeinsam betrachten.

Wo kurzfristige Renditen stärker zählen als langfristige Folgen, können Kosten auf die Allgemeinheit, kommende Generationen und die Natur abgewälzt werden. Wo wirtschaftliche Sicherheit von ständig steigenden Umsätzen abhängt, geraten Genügsamkeit, Langlebigkeit und Reparatur unter Druck. Zins- und Renditeerwartungen können diesen Druck verstärken. Daraus folgt jedoch kein zwangsläufiges exponentielles Wachstum der gesamten Wirtschaft. Entscheidend sind die konkreten Regeln, Anreize und Machtverhältnisse.

Die politische Aufgabe besteht darin, wirtschaftliche Tätigkeit auf gesellschaftlich sinnvolle Ziele auszurichten: verlässliche Versorgung, faire Teilhabe und einen Ressourcenverbrauch, der die Regenerationsfähigkeit der Natur respektiert.

Der hier vorgestellte Ansatz der IKS-Hessen setzt auf ein Junktim: die verbindliche Verknüpfung der 60/30/10-Regel mit der „Energiemehrwegtechnologie“. Dahinter steht die Absicht, eine gerechtere Beteiligung am Wertschöpfungsprozess mit einer ressourcenschonenden Versorgung zu verbinden. Technischer Fortschritt soll allen zugutekommen und soziale Sicherheit ermöglichen.

Damit die 60/30/10-Regel öffentlich beurteilt werden kann, müssen ihre Grundlagen nachvollziehbar vorliegen. Worauf beziehen sich die Anteile? Wem stehen sie zu? Wie werden Investitionen, öffentliche Aufgaben und soziale Absicherung finanziert? Erst eine eindeutige Ausgestaltung erlaubt es, Verteilungswirkungen, Leistungsanreize und wirtschaftliche Tragfähigkeit zu prüfen.

Auch der technische Teil braucht überprüfbare Nachweise. Wiederverwendbare Arbeitsmedien, Energiespeicherung und die Rückgewinnung nutzbarer Energie können zur Ressourcenschonung beitragen. Dabei bleibt eine physikalische Grenze bestehen: Energie bleibt erhalten, ihre Fähigkeit, nutzbare Arbeit zu leisten, nimmt bei realen irreversiblen Prozessen jedoch ab. Ein geschlossener Kreislauf kann deshalb nicht ohne Energiezufuhr dauerhaft Arbeit nach außen abgeben. Die Rückführung eines Arbeitsmediums in seinen Ausgangszustand ist in der vollständigen Energiebilanz zu berücksichtigen. NASA

Die Leistungsfähigkeit der vorgeschlagenen Energiemehrwegtechnologie muss daher an vollständigen Bilanzen und unabhängig wiederholbaren Messungen gezeigt werden. Eine solche Prüfung macht aus einer Zukunftsidee einen belastbar bewertbaren Vorschlag.

Eine klare gesellschaftliche Orientierung bieten die Artikel 22 bis 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Sie behandeln soziale Sicherheit, das Recht auf Arbeit und gerechte Arbeitsbedingungen, Erholung und Freizeit sowie einen Lebensstandard, der Gesundheit und Wohlergehen ermöglicht. Dazu gehören Nahrung, Wohnung, medizinische Versorgung und Schutz in sozialen Notlagen. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.doc

Diese Rechte sollten die Ausgestaltung wirtschaftlicher Regeln leiten. Für den IKS-Ansatz bedeutet das: Er muss zeigen, wie er die Versorgung und Teilhabe aller verbessert, auch der Menschen, die keine Erwerbsarbeit leisten können. Ebenso muss er darlegen, wie ökologische Belastungen tatsächlich sinken.

Gerechtere Lebensbedingungen können Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben stärken. Dauerhaften Frieden sichern sie allein allerdings nicht. Dazu gehören auch Rechtsstaatlichkeit, politische Mitbestimmung, der Schutz vor Gewalt und die Bereitschaft, internationale Konflikte durch Verhandlungen zu lösen.

Ein sinnvoller nächster Schritt wäre ein öffentlich finanzierter und unabhängig begleiteter Wettbewerb verschiedener Wirtschafts- und Versorgungskonzepte. Der IKS-Vorschlag sollte darin ebenso geprüft werden wie andere Ansätze. Einheitliche Kriterien müssten zeigen, welche Lösungen soziale Sicherheit verbessern, Ressourcen schonen, zuverlässig funktionieren und finanzierbar sind.

Modellrechnungen, technische Demonstrationsanlagen und begrenzte Pilotprojekte könnten Wirkungen und Schwächen sichtbar machen. Annahmen, Finanzierung und Ergebnisse sollten öffentlich zugänglich sein. Betroffene Bürgerinnen und Bürger brauchen dabei eine wirksame Stimme.

Ein friedliches und erfülltes Leben lässt sich nicht garantieren. Wir können jedoch Bedingungen schaffen, unter denen mehr Menschen sicher, selbstbestimmt und zufrieden leben und andere Lebewesen ihren Lebensraum behalten. Dafür braucht es den Mut, bestehende Regeln zu verändern, und die Sorgfalt, neue Vorschläge offen zu prüfen. Die Zukunft verdient Ideen, deren Nutzen sich im Leben der Menschen und im Zustand unserer Mitwelt zeigt.

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